Toller Rahmen bei Kreispokal-Endspielen
Eine großartige Werbung für den Juniorenfußball waren am 21. November die Endspiele um den Kreispokal in den Altersklassen der A-, B- und C-Junioren sowie der U17-Juniorinnen. Mit Ausnahme des C-Finales, in dem sich der 1. FC Gievenbeck vor über 200 Zuschauern mit 4:0 gegen Warendorf durchsetzte, waren alle Begegnungen hart umkämpft. Bei den A-Junioren gab sich der TuS Hiltrup vor über 300 Besuchern gegen den 1. FC Gievenbeck erst in der Verlängerung mit 0:1 geschlagen. Noch spannender ging es bei den B-Junioren zu. In Altenberge konnte sich der SC Münster 08 vor 250 Zuschauern erst im fälligen Elfmeterschießen (3:0) als Kreispokalsieger behaupten. Auch bei den U17-Juniorinnen ging es über die reguläre Spielzeit (1:1), die Verlängerung bis ins Neunmeterschießen, das die Warendorfer SU vor gut 100 Zuschauern gegen den TuS Saxonia Münster mit 3:1 zu ihren Gunsten entschied. Die frisch gekürten Kreispokalsieger qualifizierten sich für den Westfalenpokal, der im kommenden Jahr ausgetragen wird. Großartig war auch der Rahmen für die Endspiele. Dies ist in erster Linie der Firma Aschendorff Medien / Westfälische Nachrichten und der Sparkasse Münsterland Ost zu verdanken, die seit vielen Jahren die Pokalwettbewerbe der Juniorenfußballer in sehr großzügiger Weise unterstützen. Der zweite Teil des Kreispokal-Reigens (D- und U11-Junioren, U15-, U13- und U11-Juniorinnen) wird im Frühsommer 2010 über die Bühne gehen.
Kreispokalsieger A-Junioren: 1. FC Gievenbeck
(Bericht: Sebastian Vogel / Foto: Henryk Walkowski / Westfälische Nachrichten)

Münster. Endlich ein Highlight! Gievenbecks Pascal Roth setzte zu einer sehenswerten Flickflack-Einlage an und entschädigte die Zuschauer immerhin ein wenig dafür, was sie zuvor gesehen hatten. Grund für Roths Turnübung war sein entscheidender Treffer in der Verlängerung gegen den TuS Hiltrup im Kreispokalendspiel, das zuvor enttäuschend verlaufen war. Trotz 120 Minuten Spielzeit konnte man die Torraumszenen an einer Hand abzählen. Das lag aber auch an den taktisch hervorragend agierenden Hausherren, die den zwei Spielklassen höher angesiedelten Gievenbeckern lange Paroli boten.
„Dickes Kompliment an den TuS“, gab ein gelöster FC-Trainer Christian Wielers zu Protokoll. „Dass es hier so schwer werden würde, hätten wir nie gedacht. Hiltrup war mit Abstand der schwerste Gegner im Pokal.“ Das tröstete seinen Konkurrenten Hans-Jürgen Ziegner nur bedingt. „Man hat hier heute keinen Klassenunterschied gesehen. Natürlich sind wir daher sehr enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat.“
Ein Freistoß von FC-Stürmer Robin Wellermann, den Felix Bastians aber wegfausten konnte - das war´s. Mehr passierte nicht in Halbzeit eins, beide Teams standen taktisch richtig gut. Zum Leidwesen der Zuschauer änderte sich daran auch nach dem Seitenwechsel nichts. Stichwort Wechsel: Die gab es vor allem bei Gievenbeck zuhauf, da keine Limits festgesetzt waren. So wurde alleine Jonas Dirksen dreimal aus- und zweimal eingewechselt.
Kurios. Es dauerte bis zur 70 (!) Minute, bis es eine echte Torchance zu bestaunen gab: Erneut Freistoß Wellermann, diesmal aber nicht aufs Tor, sondern auf Teamkollege Burak Cetinkaya. Der verfehlte mit einer Direktabnahme nur knapp. Logische Konsequenz: 30 Minuten Nachschlag. In der 103. Minute war dann Pascal Roth zur Stelle, der eine Ecke von Luca Jungfermann per Kopf im Netz unterbrachte und anschließend zum Jubellauf ansetzte. Dabei blieb es bis zum Schluss, Gievenbeck ist damit nicht nur Kreispokalsieger, sondern auch für den Westfalenpokal qualifiziert. „Das ist ´ne richtig geile Sache“, befand auch Wielers.
Kreispokalsieger B-Junioren: SC Münster 08
(Bericht/Foto: Werner Szybalski / Westfälische Nachrichten)

Altenberge/Münster. Nur gut 15 Minuten hatte der gastgebende Kreisligist TuS Altenberge Respekt vor dem Bezirksligisten SC Münster 08. Deshalb war Nullacht-Coach Thomas Scheck auch nur mit den ersten 20 Minuten und dem 3:0-Pokalsieg nach torlosem Finale im Elfmeterschießen richtig zufrieden: „Das war völlig in Ordnung.“
Dann legten die in dieser Spielzeit noch ungeschlagenen B-Junioren des TuS ihre Zurückhaltung ab, und es entwickelte sich ein intensives Spiel, das von zwei starken Abwehrreihen und guten Torhütern dominiert wurde. Die größte Chance der favorisierten Gäste vergab im ersten Durchgang Exance Andzouana. Bei den Hausherren verzog Julian Schmidt aus spitzem Winkel.
Nach dem Wiederanpfiff hatten sogar die Gastgeber, die eine sehr gute Spielanlage zeigten, deutlich mehr von der Partie. Trotz einiger Chancen nach Eck- und Freistößen und einem Foulspiel im Nullacht-Strafraum am Altenberger Julian Schmidt, das vom Schiedsrichtergespann aber anders bewertet wurde, blieb es beim torlosen Remis. Auch, weil die Distanzschüsse der Gäste spätestens bei TuS-Keeper Marc Wenning-Künne in sicheren Händen waren.
Die 20 Minuten Verlängerung brachten gleichfalls keine Entscheidung, so dass die Teams zum Strafstoßschießen antraten.
Zunächst traf Marvin Fleck (08), dann hielt der Münsteraner Keeper Leon Brauwer den Elfmeter des TuSlers Chris Abstiens. Für die Gäste erhöhte Eren Kilindi sicher auf 2:0. Als Brauwer auch den Schuss des TuSlers Julian Schmidt parierte, war eine Vorentscheidung gefallen. Trotz unnötiger Eskapaden traf der Münsteraner Nick Schmidt zum 3:0, und schließlich ballerte Justus Deickert (TuS) das Leder über den Kasten, womit der neue Kreispokalsieger feststand.
Kreispokalsieger C-Junioren: 1. FC Gievenbeck
(Bericht: Florian Schlecht / Foto: Henryk Walkowski / Westfälische Nachrichten)

Münster. Mike Liszka und Steffen Hunnewinkel huschten vor der offiziellen Feier noch schnell vom Platz, um den silbernen Pokal in ihrer Hand mit etwas Sekt zu füllen. Doch nicht, um davon zu trinken. Auf dem Rasen erhielt Trainer Henning Schnittger die obligatorische Dusche, die nach großen Fußballtriumphen üblich ist. Und so einer war es für die C-Junioren des 1. FC Gievenbeck. Mit 4:0 gewannen sie das Finale um den Kreispokal gegen die Warendorfer SU und feierten ihren Triumph ausgiebig.
Die Helden des Tages waren dabei die „Pokalsprinter“ Liszka und Hunnewinkel, die je einen Doppelpack erzielten und damit die Qualifikation zum Westfalenpokal sicherten. „Es ist einfach geil, in so einem wichtigen Spiel die Buden zu machen“, strahlten die Torjäger glücklich und gaben sich zugleich sympathisch bescheiden. „Wir wollen unsere Leistung nicht überbewerten. Das Team hat die Tore einfach toll vorbereitet.“ Trainer Schnittger war stolz auf seine Jungs: „Ich bin begeistert, wie wir aufgetreten sind, der Sieg war in der Höhe verdient. Allerdings waren wir am Anfang etwas nervös.“
Das lag aber auch an der Kulisse. Über 200 Zuschauer sorgten lautstark für Stimmung. Das lähmte zunächst die Beine. Gievenbeck fing sich aber schnell, trat dominant und kombinationssicher auf. Nur das Tor wollte nicht fallen: Daniel Golparvari traf nach einem Abpraller nur den Pfosten (7. Minute). Glück hatte der Favorit, als Angelo Vinciguerra nach einem Konter schon Keeper Louis Hülsmann umspielt hatte und nur das Außennetz traf. Mit dem Pausenpfiff wurden die Weichen in Richtung FCG-Triumph gestellt: Sven Hunnewinkel nutzte einen Handelfmeter zur Führung (35.). Unmittelbar nach Wiederanpfiff traf Maik Liszka zum 2:0 (44.), erneut Hunnewinkel (48.) und Liszka (50.) sorgten fast im Minutentakt für den Endstand und enthusiastischen Jubel.
Kreispokalsieger U17-Juniorinnen: Warendorfer SU
(Bericht: Johannes Schräder / Westfälische Nachrichten) (Foto: Simon Brandt / Die Glocke)

Münster. Von der zweiten Minute bis zur Nachspielzeit sah es so aus, als ob die von Ingo Kettler und Filipa Campos trainierten U17-Mädchen des TuS Saxonia Münster den Kreispokal im Fußball holen würden. Dann gab es noch einmal einen Eckball für die Warendorfer SU, die allerletzte Aktion der regulären Spielzeit. Saxonia schaffte es nicht, den Ball zu klären, und Verena Melchert schoss den Ball aus der Drehung in das Münsteraner Gehäuse. Riesenjubel auf Warendorfer Seite, denn der Treffer bedeutete das 1:1 und somit die Verlängerung. Das Spiel hatte die erste Matchwinnerin. Die zweite hieß Franziska Weiß, stand im WSU-Tor und hielt im Neunmeterschießen, das nach torloser Verlängerung folgte, drei Schüsse. Nach über 100 Minuten eines nervenaufreibenden und kräftezehrenden Spiels gewannen die Emsstädter mit 3:1 (0:1, 1:1, 1:1,).
Das in Warendorf ausgetragene Finale begann mit einem Paukenschlag, nämlich der Saxonia-Führung durch Jana Rietkötter (2. Minute). „Wir waren noch nicht wach“, erklärte WSU-Coach Max Ende. In der Folge war die Partie zunächst ausgeglichen. Lediglich Distanzschüsse sorgten für etwas Gefahr, Katharina Schratz scheiterte an Franziska Weiß. Doch nach etwa 25 Minuten nahmen die Gastgeberinnen das Heft in die Hand. Melanie Klemann traf nach einer Kombination nur den Pfosten. Wenig später hatte die Stürmerin wieder eine große Chance, diesmal flog ihr Kopfball knapp über das Tor.
„Da hätten wir den Ausgleich erzielen, eigentlich sogar in Führung gehen müssen “, erklärt Ende. Saxonia-Coach Ingo Kettler sah es ähnlich: „In den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit war Warendorf überlegen, dafür waren wir es Anfang der zweiten Halbzeit.“
Nach dem Wechsel war der Warendorfer Spielfluss dahin, Saxonia fand wieder besser ins Spiel. Jana Rietkötter und Anna-Lena Reichelt hätten die Führung ausbauen können. In den letzten Minuten machte die WSU wieder mehr Druck, die Gäste setzten auf Konter. Es blieb spannend bis zur allerletzten Sekunde, als Verena Melchert doch noch den Ausgleich erzielte. „Das Gegentor in der letzten Minute ist natürlich ärgerlich. Wir hatten das Spiel fast die gesamte Zeit im Griff“, ärgerte sich Kettler. In der Verlängerung passierte kaum noch etwas.
Also musste das Neunmeterschießen entscheiden. Für Saxonia traten Eliza Bisljimi, Jana Rietkötter, Janina Frankrone und Anna-Lena Reichelt an. Rietkötter schoss daneben, die anderen drei Elfmeter wurden von Franziska Weiß pariert. Trotz der Niederlage war Kettler stolz auf sein Team: „Meine Hochachtung, wir haben toll gekämpft.“
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